Elektriker Ausbildung Schweiz

Lehre, EFZ, EBA und Weiterbildungen — der vollständige Guide für deinen Berufseinstieg und deine Karriere als Elektriker in der Schweiz.

Elektriker Lehre — Übersicht der 7 Berufe

In der Schweiz führen sieben Lehrberufe in das Feld der Elektrotechnik. Von der 2-jährigen EBA-Lehre bis zur 4-jährigen EFZ-Lehre — wähle nach deinen Interessen (Bau, Industrie, IT/Telekom, Stromnetz) und schulischen Voraussetzungen.

BerufDauerNiveauSchwerpunktLohn pro LJ
Elektroinstallateur EFZ4 JahreEFZStark- und Schwachstrominstallationen planen, ausführen, in Betrieb nehmen, prüfen nach NIN.850 / 1'050 / 1'400 / 1'650 CHF
Montage-Elektriker EFZ3 JahreEFZAusführende Tätigkeit: Kabelzug, Montage, Verdrahtung, Endkontrolle nach Vorgabe.850 / 1'050 / 1'400 CHF
Elektropraktiker EBA2 JahreEBAEinfache Elektroinstallationen unter Anleitung — Brücke zur EFZ-Lehre.750 / 950 CHF
Elektroniker EFZ4 JahreEFZElektronische Geräte, Steuerungen und Mikrocontroller entwickeln, prüfen, reparieren.850 / 1'050 / 1'400 / 1'650 CHF
Automatiker EFZ4 JahreEFZSteuerungs- und Schaltanlagen bauen, SPS programmieren, Industrieautomation.850 / 1'050 / 1'400 / 1'650 CHF
Netzelektriker EFZ3 JahreEFZBau und Unterhalt von Stromnetzen, Freileitungen, Kabelanlagen, Trafostationen.850 / 1'050 / 1'400 CHF
Telematiker EFZ4 JahreEFZDaten-, Multimedia- und Sicherheitsnetze installieren, konfigurieren, warten.850 / 1'050 / 1'400 / 1'650 CHF

Weiterbildungen — vom EFZ zur Karriere

Nach der Grundbildung stehen mehrere Weiterbildungswege offen. Die meisten Schweizer Elektrobetriebe unterstützen ihre Mitarbeitenden finanziell und mit reduziertem Pensum, weil voll qualifizierte Fachkräfte und Führungspersonen knapp sind.

Elektro-Sicherheitsberater (BP)

1–2 Jahre berufsbegleitend

+10–15 % Lohn, eigenständige Schlusskontrollen nach NIV.

Elektro-Projektleiter (BP)

1.5–2 Jahre berufsbegleitend

+15–25 % Lohn, Übernahme von Projekten von Offerte bis Abnahme.

Eidg. dipl. Elektroinstallationsmeister (HFP)

3–4 Jahre

+25–40 % Lohn, Geschäftsführungsperspektive.

Dipl. Techniker HF Elektrotechnik

3 Jahre berufsbegleitend

+15–25 % Lohn, Zugang zu Planung und Engineering.

Bachelor FH Elektrotechnik

3 Jahre Vollzeit / 4 Jahre berufsbegleitend

Akademische Karriere, Engineering- und Forschungsrollen.

Spezialisierungen (KNX, Photovoltaik, Smart Home, Ladeinfrastruktur)

wenige Tage bis Wochen

+5–12 % Lohn pro Spezialisierung.

Quereinstieg & Erwachsenenbildung

Du bist über 22 und hast keine Elektriker-Lehre? Drei Wege bringen dich trotzdem zum EFZ-Abschluss:

  • Verkürzte Zusatzlehre (2 Jahre): Wenn du bereits einen Lehrabschluss in einem verwandten Beruf hast (z.B. Montage-Elektriker → Elektroinstallateur).
  • Nachholbildung Art. 32 BBG: Mit mindestens 5 Jahren Berufserfahrung in der Branche kannst du direkt zur Lehrabschlussprüfung antreten — meist mit einem Vorbereitungskurs von 6 bis 12 Monaten.
  • Validierung von Bildungsleistungen: Dein Erfahrungsdossier wird geprüft, fehlende Kompetenzen ergänzt du modular nach.

Beratungsstellen wie die kantonalen Berufs-, Studien- und Laufbahnberatungsstellen (BSLB) und die EIT.swiss-Berufsbildungsabteilung helfen kostenlos bei der Einstufung.

Häufig gestellte Fragen

Welche Elektriker-Lehren gibt es in der Schweiz?
In der Schweiz gibt es sieben Hauptlehrberufe für Elektriker. Auf EFZ-Niveau (Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis) sind das die 4-jährigen Lehren Elektroinstallateur EFZ, Elektroniker EFZ, Automatiker EFZ und Telematiker EFZ sowie die 3-jährigen Lehren Montage-Elektriker EFZ und Netzelektriker EFZ. Auf EBA-Niveau (Eidg. Berufsattest) gibt es den 2-jährigen Elektropraktiker EBA als Einstieg für praktisch begabte Lernende. Wer den Elektropraktiker EBA mit gutem Abschluss beendet, kann anschliessend verkürzt in die Montage-Elektriker- oder Elektroinstallateur-Lehre wechseln. Die Wahl hängt von Interesse (Bau, Industrie, IT/Telekom, Stromnetz) und schulischer Voraussetzung ab.
Wie viel verdient ein Elektriker-Lehrling?
Der Lehrlingslohn richtet sich nach EIT.swiss-Empfehlung und Lehrjahr. Für die 4-jährige Elektroinstallateur-Lehre liegen die Empfehlungen 2026 bei rund CHF 850 (1. LJ), CHF 1'050 (2. LJ), CHF 1'400 (3. LJ) und CHF 1'650 (4. LJ) pro Monat. Beim 3-jährigen Montage-Elektriker entfällt das vierte Lehrjahr. Beim 2-jährigen Elektropraktiker EBA sind es etwa CHF 750 (1. LJ) und CHF 950 (2. LJ). Der 13. Monatslohn ist in vielen Lehrverträgen Standard. Die genaue Höhe legt der Lehrbetrieb fest — Industriebetriebe und grössere Installationsfirmen zahlen oft 5 bis 15 Prozent über der Empfehlung.
Wie wird man Elektriker in der Schweiz?
Der klassische Weg ist eine 3- oder 4-jährige berufliche Grundbildung (Lehre) ab dem 9. Schuljahr. Du suchst dir eine Lehrstelle bei einem Schweizer Elektrobetrieb, der Vertrag wird beim kantonalen Berufsbildungsamt registriert, und du absolvierst parallel zur Praxis die Berufsfachschule (1–2 Tage pro Woche) und überbetriebliche Kurse. Nach erfolgreichem Qualifikationsverfahren erhältst du das EFZ. Ein Quereinstieg über eine verkürzte 2-jährige Zusatzlehre ist möglich, wenn du bereits einen verwandten EFZ-Abschluss hast (z.B. vom Montage-Elektriker zum Elektroinstallateur). Nachholbildung Art. 32 BBG erlaubt zudem den EFZ-Erwerb für Erwachsene mit mehrjähriger Branchenerfahrung.
Was ist der Unterschied zwischen Elektriker, Elektroinstallateur und Elektroniker?
"Elektriker" ist der Sammelbegriff für alle elektrotechnischen Fachberufe. Der Elektroinstallateur EFZ baut elektrische Anlagen in Gebäuden — Verteilungen, Leuchten, Steckdosen, Smart-Home — und nimmt sie nach NIN/NIV in Betrieb. Der Elektroniker EFZ entwickelt und repariert elektronische Geräte, Steuerungen und Mikrocontroller, oft im Industrieumfeld. Der Montage-Elektriker EFZ ist auf die ausführende Montagearbeit fokussiert. Der Automatiker EFZ baut Schaltanlagen und programmiert SPS für Industrieautomation. Wer schlicht "Elektriker werden" sagt, meint meist den Elektroinstallateur — den breitesten und am häufigsten gesuchten Schweizer Lehrberuf.
Welche Weiterbildungen lohnen sich nach der Elektriker-Lehre?
Drei Wege sind in der Schweizer Praxis besonders beliebt. Der Elektro-Sicherheitsberater (Berufsprüfung) ist die kürzeste Weiterbildung und erlaubt eigenständige Schlusskontrollen — er bringt 10 bis 15 Prozent mehr Lohn. Der Elektro-Projektleiter (BP) führt zur Verantwortung für ganze Projekte und hebt das Salär um 15 bis 25 Prozent. Der eidg. dipl. Elektroinstallationsmeister (Höhere Fachprüfung) öffnet die Tür zur selbständigen Geschäftsführung — Lohnzuwachs 25 bis 40 Prozent. Wer mehr in Engineering will, wählt den dipl. Techniker HF Elektrotechnik oder einen Bachelor FH. Spezialisierungen wie KNX, Photovoltaik, Smart-Home oder Ladeinfrastruktur lassen sich parallel in wenigen Tagen oder Wochen erwerben.

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